Die jährliche Mitgliederversammlung von SONG e.V., ehemals Deutscher Textdichterverband, fand am 14. Mai 2025 um 16.30 Uhr im „Forum“, Atelierstr. 1, Werksviertel München statt.
Anwesend war auf dem Podium der gesamte nachfolgend namentlich aufgeführte amtierende Vorstand bis auf Beisitzerin Pat Appleton, die entschuldigt fehlte, und Schatzmeister Rainer Bielfeldt, der aufgrund von Verzögerungen bei der GEMA-Kuriensitzung der Komponistinnen und Komponisten erst später dazustieß.
Präsident Frank Ramond (Sitzungsleitung)
Stellvertr. Präsident Tobias Reitz
Schriftführer Erdmann Lange (Protokollant)
Beisitzerin Diane Weigmann
Beisitzer Götz von Sydow
Im Saal anwesend war Kassenprüfer Curt Weiner.
Darüber hinaus waren 38 Mitglieder der Einladung des Vorstands gefolgt, von denen einige aufgrund der zeitlichen Überschneidung mit der außergewöhnlich lange andauernden Kuriensitzung der Komponistinnen und Komponisten verspätet erschienen. Als Vertreterin des Partner-Verbandes VERSO war Diana Ezerex anwesend.
Begrüßung durch den Präsidenten, Feststellung fristgerechte Einladung
Präsident Frank Ramond eröffnete die Versammlung, begrüßte die Anwesenden und stellte den fristgerechten Versand der Einladungen zur Mitgliederversammlung fest.
Vorstellung neuer Mitglieder
Anja Krabbe, Berenike Goldbach und Olaf Bossi stellten sich kurz als neu eingetretene Mitglieder vor.
Gedenken an Verstorbene
Seitens der GEMA gab es keine Meldungen über verstorbene Mitglieder des Verbandes, dem Vorstand waren ebenfalls keine Todesfälle bekannt geworden, weshalb das Gedenken entfiel.
Bericht des Präsidiums
In der Folge berichteten Präsident Frank Ramond und stellv. Präsident Tobias Reitz von den Aktivitäten des zurückliegenden Jahres. Hierbei stand der Vollzug der Umbenennung des Verbandes von DTV in SONG e.V. im Mittelpunkt, der den meisten Arbeitsaufwand verursachte – der nun aber sowohl in rechtlicher als auch kommunikativer Hinsicht als abgeschlossen betrachtet werden kann. Auch das Bankkonto des Verbandes ist – nach erheblichen Querelen mit der Postbank – nun „umgezogen“.
Die visuelle Gestaltung eines Logos mit dem neuen Verbandsnamen, der neuen Website samt Newsletter / Mitgliederbrief sowie der Social Media Kanäle (zur bekannten Facebook-Page ist inzwischen ein Instagram-Account hinzugekommen) wurde ebenfalls beauftragt und erfolgreich abgewickelt.
Insgesamt gab es ein positives Echo auf die Umbenennung in diversen Medien, aber auch seitens der GEMA. Dass die Umbenennung als Schritt auf die im Verband VERSO organisierten Kolleginnen und Kollegen zu und nicht als Konkurrenz empfunden wird, sei von den VERSO-Kolleginnen und – Kollegen ebenfalls deutlich gemacht worden.
Mit VERSO findet inzwischen ca. alle 2 Monate ein Treffen (zumeist online) statt, um sich gegenseitig über Aktuelles auf dem Laufenden zu halten, gemeinsame Statements abzustimmen etc. Es sind inzwischen so mehrere gemeinsame öffentliche Verlautbarungen beider Verbände verbreitet worden, zuletzt auch zur angestrebten Reform der Kulturförderung der GEMA. Geplant ist der Aufbau eines gemeinsamen Verteilers mit Presse- und Medienkontakten, um die öffentliche Wahrnehmung für die Anliegen von Songwriterinnen und Songwritern auch über die Branche hinaus noch zu verbessern. Des weiteren sind zusätzliche gemeinsame Netzwerkevents von VERSO und SONG e.V. vorgesehen: Am 17.09.2025 soll ab nachmittags im Rahmen des „Reeperbahnfestivals“ ein gemeinsames Mitgliederfest in Hamburg stattfinden. Als Ort sind die Boogiepark – Studios geplant; Einladungen werden rechtzeitig verschickt. Weiterhin bleibt es das „Fernziel“, mit VERSO einen gemeinsamen Verband zur Interessenvertretung der Songwriterinnen und Songwriter zu bilden.
Die im GEMA – Aufsichtsrat vertretenen SONG e.V. – Vorstandsmitglieder wirkten im vergangenen Monaten zudem intensiv an der Vorbereitung der „Kulturreform“ mit, die von Vorstand und Aufsichtsrat der GEMA 2025 zur Abstimmung vorgelegt wurde. Es fanden dabei u.a. zwei digitale Workshops zur Vorbereitung der GEMA – MGV statt.
Die Mitgliedschaft von SONG e.V. im Deutschen Musikrat und der Initiative Urheberrecht sowie auf internationaler Ebene bei der ECSA (European Composers and Songwriters Association) besteht unverändert fort.
Tobias Reitz wies zudem darauf hin, dass er auch die kommende neue Staffel des GEMA – Podcasts moderieren wird. Hier sind seitens der SONG e.V. – Mitglieder Themen- und Gästevorschläge willkommen. Auch berufspolitische Fragen sollen hier Raum finden.
Bericht Rechtsberaterin Katrin Busch
Rechtsanwältin Kathrin Busch fehlte entschuldigt. Frank Ramond verlas in ihrem Namen eine kurze Stellungnahme über die Aktivitäten im zurückliegenden Jahr. Neben diversen Beratungstätigkeiten für die Mitglieder des Verbandes gab es hier eine juristische Auseinandersetzung mit der Postbank zu vermelden im Zuge der Schwierigkeiten mit der Kontoführung bzw. dem Umzug des Kontos.
Es wurde erneut auf die Möglichkeit der kostenlosen Erstberatung durch Katrin Busch für alle Verbandsmitglieder hingewiesen. Das Mitglied Thomas Woitkewitsch lobte die Beratung durch die Rechtsberaterin ausdrücklich, die er im Falle einer Vertragsprüfung in Anspruch genommen hatte. Die Beratung sei umfassend, gründlich und sehr wertvoll gewesen.
Bericht ECSA durch Alexander Freund
Alexander Freund, der als VERSO – Mitglied im gemeinsamen Auftrag von VERSO und SONG e.V. an den ECSA-Sitzungen in Brüssel teilgenommen hatte, konnte wegen der andauernder Kurien-Sitzung der Komponistinnen und Komponisten nicht persönlich berichten; seine Stellungnahme wird schriftlich nachgereicht (Website).
Würdigung Erfolge von Mitgliedern
SONG e.V. – Mitglied Petra Bonmassar wurde gewürdigt und von den Mitgliedern mit Applaus bedacht für ihren Erfolg als doppelt ausgezeichnete „Songwriterin des Jahres“ beim Branchentreff der „DJ Hitparade“.
Würdigung 30 Jahre Celler Schule
Seit nunmehr 30 Jahren existiert die Masterclass für Textdichtende, gegründet und lange geleitet von Edith Jeske, nun neu aufgestellt unter Leitung von Tobias Reitz. Letzterer würdigte die Leistung der Gründerin, die den Stab nun an das Team Tobias Reitz, Rainer Bielfeldt und Tamara Olorga weitergegeben hat. Dieses Jahr war ein Bewerberrekord zu vermelden; auch unter den aktuellen Delegierten bei den Textdichter-Kurie sind viele Absolventen der Celler Schule zu finden. Das Konzept hat sich somit als nachhaltige Nachwuchsschmiede bewiesen. Dies belege nicht zuletzt der in diesem Jahr an den Celler Schule – Absolventen Bodo Wartke verliehene Fred Jay – Preis.
Am 06.10.2025 ist im „Schmidtchen“ in Hamburg eine Feier zur Würdigung der Lebensleistung von Edith Jeske geplant, zu der noch gesondert eingeladen wird.
Die Ausschreibung zur nächsten Celler Schule wird am 01.09.2025 veröffentlicht.
Bericht des Schatzmeisters
Aufgrund der verspäteten Ankunft von Schatzmeister Rainer Bielfeldt, der bei der GEMA-Kuriensitzung der Komponistinnen und Komponisten aufgehalten wurden, verlas Präsident Frank Ramond dessen Kassenbericht und stellte die Eckpunkte via Bildschirm-Präsentation den Mitgliedern vor. Das Gesamtguthaben des Verbandes ist trotz der Aufwendungen im Zuge der Umbenennung des Verbandes angewachsen auf nun xxx EUR (Stand 31.12.2024). Die Kasse wurde durch Curt Weiner geprüft, der dem Schatzmeister eine korrekte Buchführung bescheinigte. Er hob hervor, dass der Vorstand sehr sparsam mit den Mitteln umgegangen sei und sich eigene Auslagen nicht habe aus Verbandsmitteln vergüten lassen. Die Entlastung des Schatzmeisters wurde vom Kassenprüfer vorgeschlagen – Rainer Bielfeldt wurde daraufhin einstimmig und ohne Enthaltung entlastet.
Als Nachtrag wies der inzwischen eingetroffene Schatzmeister darauf hin, dass einige wenige Mitgliedsbeiträge noch offen seien, vor allem von denen, die nicht via GEMA-Zession, sondern per Überweisung zahlten. Er bat um Prüfung, bevor er einzeln die ausstehenden Beträge anmahnen müsse. Es sie möglich, dass vereinzelt Überweisungen wegen der Schließung des Kontos bei der Postbank zurückgebucht worden seien.
Kommentare der Mitglieder
In der Folge hatten die Mitglieder Gelegenheit zur Aussprache bzw. zu Fragen an den Vorstand. Hierbei stellte das Mitglied Christian Werner die Frage nach einem Mitgliederverzeichnis, wie es früher auf der Website geführt wurde. Der Vorstand machte hier datenschutzrechtliche Bedenken geltend; es sei kompliziert, für eine Veröffentlichung die Zustimmung aller Mitglieder zu erlangen.
Der angeführte Grund – eine bessere Vernetzung der Mitglieder untereinander – sei letztlich nicht Kernaufgabe des Verbandes. Dieser sei „keine Jobbörse“, wie auch Edith Jeske einwarf. Tobias Reitz ergänzte, auch auf der alten Website sei die Mitgliederliste kaum je aufgerufen worden. Der Bedarf stehe somit in keinem Verhältnis zum Aufwand, diese Liste aktuell und datenschutzkonform zu halten.
Entlastung Vorstand
Anschließend wurde auf Antrag von Edith Jeske über die Entlastung des Vorstandes insgesamt abgestimmt. Bei Enthaltung der 5 anwesenden Vorstandsmitglieder wurde der Entlastung des Vorstands ohne Gegenstimme von den Mitgliedern zugestimmt.
Weitere Aussprache der Mitglieder
Ilona Boraud berichtete im Rahmen der Aussprache vom Schlagerwettbewerb „Stauferkrone“; bei dem 6 von 6 in diversen Kategorien vergebenen Preisen an Männer gegangen seien. Da SONG e.V. hier als Stifter eines Preises auftrete (es wurde eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft im Verband ausgelobt), sei es evtl. möglich, hier Einfluss auf die Veranstalter im Sinne einer größeren Gleichberechtigung zu nehmen. Tobias Reitz bestätigte, dass man die Anregung aufgenommen und bereits mit den Veranstaltern kommuniziert habe. Dort habe man die Verantwortung für die Preisvergaben allein der Jury zugeschrieben. Diese habe ungeachtet von Geschlecht o.a. Kriterien geurteilt, sondern „nur nach Qualität“. Man wolle das Thema Gleichstellung aber künftig stärker beachten.
Christian Werner warf die Frage auf, ob SONG e.V. Spendenquittungen ausstellen könne. Dies verneinte Frank Ramond; man sei ein „Interessenverband, kein gemeinnütziger Verein“.
Mike Rötgens brachte das Thema der massiven Zunahme an KI – generierten Songs zur Sprache. Als Label bekomme man inzwischen eine Flut solcher Songs angeboten. Der Verband solle dieses Thema im Auge behalten. Frank Ramond führte an, KI sei „als Tool oft hilfreich“ und die Technologie insgesamt natürlich nicht aufzuhalten, aber dennoch seien Themen wie eine gerechte Vergütung für Kreative drängend. Die GEMA sei hierzu intensiv am Arbeiten, wie die angestrengten Prozesse u.a. gegen SUNO belegten. Beisitzerin Diane Weigmann berichtete aus der eigenen Praxis, dass es ihrer Meinung nach bereits eine Übersättigung innerhalb der Branche gebe. KI-Songs würden aus Playlists wieder aussortiert. Ihre eigene Beschäftigung habe aus Interesse und Neugier begonnen, die Resultate seien aber oft mangelhaft gewesen. Tobias Reitz fügte hinzu, dass Verlage bereits jetzt eingereichte Demos, die KI-generiert seien, vorab aussortierten.
Es folgten diverse Wortbeiträge verschiedener Mitglieder zum Thema KI, zu Chancen, Gefahren und auch sinnvollen Anwendungsmöglichkeiten.
Diane Weigmann berichtete anschließend aus dem Kommunikationsausschuss der GEMA, dem sie angehört. Dort habe sie bereits mit der erst Anfang Mai ernannten neuen Kommunikations-Direktorin der GEMA, Kathrin Greven, zu tun gehabt. Der erste Eindruck sei äußerst positiv. Man könne sich auf die Zusammenarbeit freuen. Kathrin Greven sei außerdem abends beim Mitgliederfest anwesend, wo man mit ihr in Kontakt treten könne.
Frank Ramond lobte abschließend die Zusammenarbeit im Vorstand und dankte den Vorstandskolleginnen und -kollegen für ihre jeweiligen Beiträge. Er beendete offiziell die Sitzung und wies nochmals auf das sich abends anschließende SONG e.V. – Mitgliederfest hin.
(Protokoll: Erdmann Lange, Schriftführer)